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Reflexionen von CS4Health 2025: Die Gesundheitsforschung gemeinsam mit der Gesellschaft voranbringen

Die Konferenz «Citizen Science for Health 2025» brachte eine globale Community zusammen, die sich dafür einsetzt, die Gesundheitsforschung neu zu denken. Zwei Tage lang erkundeten die Teilnehmenden neue Wege der Zusammenarbeit über Disziplinen, Sektoren und Gesellschaften hinweg und hoben dabei den wachsenden Einfluss der Citizen Science auf die Gestaltung gerechter und wirkungsvoller Gesundheitssysteme hervor. Dieser Blogbeitrag reflektiert die Energie, die Erkenntnisse und das gemeinsame Ziel, die dieses inspirierende Treffen geprägt haben.

Autorin: Rosy Mondardini
Fotos: Christian Merz

Die zweite globale Citizen Science for Health-Konferenz brachte eine lebendige internationale Community zusammen, die sich dafür einsetzt, die Art und Weise, wie Gesundheitsforschung betrieben und geteilt wird, zu verändern. Die Veranstaltung fand am 6. und 7. November in Zürich statt, wurde von der ETH Zürich ausgerichtet und von Citizen Science Zürich mit Unterstützung der ECSA-Arbeitsgruppe «Citizen Science for Health» organisiert. Rund 150 Teilnehmende aus aller Welt kamen zusammen, darunter Forschende, Angehörige der Gesundheitsberufe, Patientenvertretende, politische Entscheidungsträger*innen und Citizen Scientists, die alle von der gemeinsamen Überzeugung getragen waren, dass Fortschritte im Gesundheitswesen von Zusammenarbeit, Vertrauen und Partnerschaft zwischen Wissenschaft und Gesellschaft abhängen.

An zwei Tagen bot die Veranstaltung einen Raum voller Dialog, Neugier und Zusammenarbeit. Die Teilnehmenden beschrieben die Atmosphäre als warm, anregend und bemerkenswert offen – ein Umfeld, in dem sich die Gespräche ganz natürlich von den Konferenzräumen auf die Flure, Postergalerien und sogar Spaziergänge durch neblige Schweizer Wälder ausweiteten.

Ein Treffen, das durch Austausch und Interaktion geprägt ist

Von Anfang an zeigte die Veranstaltung die Bandbreite und Kreativität von Citizen Science im Gesundheitswesen. Fast fünfzig Poster, Pitch-Sessions, interaktive Workshops und Erlebnisräume stellten Projekte vor, die von gesellschaftlichem Engagement, Patientenwerten und transdisziplinärer Teamarbeit geprägt waren. Diese Formate und die dynamische Beteiligung spiegelten das Wesen von Citizen Science wider: Schwarmintelligenz, gemeinsames Verantwortungsbewusstsein und praktisches Handeln für Lösungen in der realen Welt.

Das Programm förderte den praktischen Austausch und lud die Teilnehmenden dazu ein, nicht nur zuzuhören, sondern die Diskussionen aktiv mitzugestalten. In den Workshops wurde gezeigt, wie partizipative Ansätze die Forschung zu chronischen Krankheiten, Prävention, Datenverwaltung, Community Health und vielem mehr neu gestalten.

Wichtige Themen, die sich herauskristallisiert haben

Citizen Science for Health basiert auf der überzeugenden Idee, dass Forschung relevanter, integrativer und transformativer wird, wenn Bürger*innen, Patient*innen, Familien und Communities als aktive Partner statt als passive Subjekte daran beteiligt sind. Der Wandel von Forschung für die Gesellschaft hin zu Forschung mit und durch die Gesellschaft ist eine der bedeutendsten Entwicklungen in der modernen Wissenschaft. Die CS4Health 2025 Konferenz war ein anschauliches Beispiel dafür, wie dieser Wandel in verschiedenen Themenbereichen stattfindet. Hier einige Beispiele.

  • Die Gesundheitsforschung neu denken
    Gesellschaftliches Engagement vertieft unser kollektives Verantwortungsbewusstsein. Es deckt Ungleichheiten auf, fördert Inklusion und Fairness und stellt sicher, dass die Forschung die Lebensrealitäten von Einzelpersonen und Communities wirklich widerspiegelt. Eine zentrale Botschaft, die sich durch viele Beiträge zog: Die sinnvolle Einbeziehung von Bürger*innen und Patient*innen führt zu einer Forschung, die relevanter, integrativer und wirkungsvoller ist. Die Teilnehmenden berichteten, wie Erfahrungswissen Annahmen in Frage stellt, übersehene Hindernisse aufzeigt und neue Wege für Innovationen eröffnet.
  • Die Kluft zwischen Wissenschaft und Gesellschaft mit Transdisziplinarität überbrücken
    Während der gesamten Konferenz zeigten die Diskussionen, wie Citizen Science traditionelle Bereiche wie Medizin, Ingenieurwesen, Sozialwissenschaften und Informatik durch eine entscheidende Dimension ergänzt: die gelebte Erfahrung der Bürger*innen selbst. Die Projekte demonstrierten, was möglich wird, wenn verschiedene Arten von Wissen – z. B. wissenschaftliches, empirisches, technisches und gemeinschaftsbasiertes Wissen – gleichberechtigt behandelt werden. Die Notwendigkeit, Machtverhältnisse in der Gesundheitsforschung anzuerkennen und neu auszubalancieren, war ein wiederkehrendes Thema.
  • Ethische und erkenntnistheoretische Herausforderungen angehen
    Diskussionen über Ethik und Governance brachten eine wichtige Erkenntnis zutage: Partizipative Forschung erfordert neue Denkansätze in Bezug auf Verantwortung, Datenverwaltung und die Rolle von Institutionen. Viele Teilnehmende beschäftigten sich damit, wie Ethikkommissionen, Forschende und Communities sich gemeinsam anpassen können. Damit auch Nicht-Expert*innen selbstbewusst einen Beitrag leisten können, bedarf es einer klaren und verständlichen Kommunikation sowie Forschungsstrukturen, die die Beteiligung der Bürger*innen zu fairen und praktischen Bedingungen unterstützen.
  • Auswirkungen über akademische Ergebnisse hinaus
    Eine immer wiederkehrende Botschaft war, dass Forschung greifbare Vorteile für die Gesellschaft bringen muss. Die Teilnehmenden diskutierten, wie sich die Wirkung nicht nur anhand von Veröffentlichungen, sondern auch anhand verbesserter Versorgungswege, gestärkter Communities und einer verbesserten Politik messen lässt. Diese Verlagerung hin zu sinnvollen, realen Ergebnissen spiegelt das allgemeine Bestreben wider, die Wissenschaft besser auf die Bedürfnisse der Gesellschaft abzustimmen.

Eine motivierte und wachsende Community

Die Begeisterung rund um die Konferenz war nicht nur vor Ort, sondern auch online spürbar: Mehr als vierzig Teilnehmende teilten ihre Eindrücke in den sozialen Medien und hoben dabei die gewonnenen Erkenntnisse und ihre neue Motivation für ihre Arbeit hervor. Das Gemeinschaftsgefühl war ein wiederkehrendes Thema, und die Teilnehmenden sprachen davon, dass sie sich inspiriert, unterstützt und ermutigt fühlten, in ihren jeweiligen Bereichen weiterhin partizipative Ansätze zu entwickeln.

Eine beträchtliche Anzahl von Teilnehmernden schloss sich nach der Veranstaltung auch der ECSA-Arbeitsgruppe «Citizen Science for Health» an und zeigte damit ihr starkes Engagement, in Kontakt zu bleiben und das Fachgebiet gemeinsam voranzubringen. Weitere Informationen über die Gruppe, einschliesslich der Teilnahmebedingungen, findet Ihr hier.

Ausblick: Die Zukunft ist partizipativ

Die Konferenz CS4Health 2025 bestätigte erneut, dass Citizen Science kein Nischenansatz ist, sondern eine starke, sich weiterentwickelnde Bewegung, die unser Verständnis von Gesundheit und deren Verbesserung neu gestaltet. Durch die Zusammenführung unterschiedlicher Stimmen und die Förderung einer echten Zusammenarbeit zeigte die Veranstaltung, was möglich wird, wenn die Wissenschaft ihre Türen weiter öffnet.

Getreu diesem partizipativen Geist wurde die Frage, wo die nächste Ausgabe stattfinden wird, öffentlich gestellt und um gemeinsame Vorschläge gebeten. Nach dem ersten Treffen in Twente im Jahr 2023 und dem zweiten in Zürich in diesem Jahr bleibt das nächste Kapitel bewusst offen und lädt Institutionen auf der ganzen Welt ein, die Bewegung voranzutreiben.

Klar ist bereits, dass die Dynamik gross ist. Ob durch gemeinsame Forschung, neue Partnerschaften oder verfeinerte Methoden – wir hoffen, dass die Ideen, die während dieser zwei Tage entstanden sind, auch lange nach der Rückkehr aller Teilnehmenden nach Hause weiterwirken, neue Innovationen anregen, zukünftige Arbeiten inspirieren und die globale Citizen Science-Community stärken werden.

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